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Ausfüllanleitung

Ausfüllanleitung - Palliativnetz Heidekreis

Patientenkopf: Alle Angaben sind notwendig. Im kassenärztlichen Bereich geschieht dies regelhaft automatisch. Bei Verordnung durch das Krankenhaus fehlt häufig die Betriebsstätten- und Arztnummer der KV (Klinikärzte mit Zulassung zur ambulanten Leitungserbringung haben diese erhalten.)

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Bitte Erst- oder Folgeverordnung festlegen. Nach einer längeren Pause, z.B. aufgrund guter Stabilisierung, ist erneut eine Erstverordnung anzukreuzen. Auch bei Übernahme aus einem anderen Palliativnetz, z.B. durch Zuzug oder im Rahmen einer Urlaubs-SAPV hier im Heidekreis, ist eine Erstverordnung anzukreuzen.

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Bitte Beginn und Dauer festlegen. Achtung: das Datum (A) im Patientenfeld darf nicht nach dem Beginn (B) liegen (= rückwirkende Verordnung, nicht genehmigungsfähig). Ein Zeitraum von 4 Wochen (C) wird von den Kranken-kassen häufig akzeptiert. Zwischen Verordnung und Beginn sollten nur bis zu drei Tage liegen. Klinikärzte dürfen bei Entlassung nur bis zu 7 Tagen verordnen. Danach ist eine Folgeverordnung auszustellen

Diagnosen (alleinige ICD ausreichend), der in absehbarer Zeit zum Tode führende(n) Erkrankung(en), z.B. Prostatakarzinom [C61], oss. Metastasen [C79.5] und des symptomverursachenden Krankheitsgeschehens, z.B. Schmerzen [R52.9], Kachexie [R64], Übelkeit durch Chemo [R11]
Das vorliegende komplexe Symptomgeschehen ist durch mindestens ein,
ggf. mehrere Kreuze zu kennzeichnen und muss, im Folgenden unter (6), näher plausibel beschrieben werden.
Beispiele eines komplexen Symptomgeschehens für einzelne Symptomatiken sind unten tabellarisch aufgeführt.
Bei der aktuellen Medikation sind folgende Angaben erforderlich:
- Medikamente, Dosierung, Applikationsart sowie Bedarfsmedikation und BtM
- ein festes Zeitschema muss erkennbar sein
Da der Platz hierfür i.d.R. nicht ausreicht, empfehlen wir, per Verweis „siehe aktueller Medikationsplan anbei“ diesen zum Bestandteil der Verordnung zu machen.
Damit wir bestmöglich versorgen können, sind die in Rot markierten Maßnahmen der Beratung, der Koordination sowie die additiv unterstützende Teilversorgung notwendigerweise anzukreuzen.
Beispiele für die anzugebende inhaltlichen Ausrichtung sind unten tabellarisch aufgeführt
Beispiele für die anzugebenden notwendigen Maßnahmen der SAPV sind unten tabellarisch aufgeführt
KV- Stempel und Unterschrift. Abrechnung der 01425 (bzw. 01426 Folge-VO)

Beispiele für ein komplexes Symptomgeschehen (zu 6)

Schmerz
  • Ruheschmerzen
  • schwer behandelbare neuropathische Schmerzen / Mixed-Pain
  • häufig wechselnde Schmerzintensität / Durchbruchschmerz
  • massiver Lymphstau der Extremitäten
Resopiratorische / kardiale Symptomlast
  • therapierefraktäre Luftnot bei:
  • … Hämoptysen
  • … rezidivierenden relevanten Pleuraergüssen
  • … nicht kausal therapierbarem Lungenödem
  • … Herzinsuffizienz NYHA IV / hochgrad. Klappenvitium
  • … tumorbedingten Atelektasen, Bronchuskompression
  • Gefahr der Bronchialobstruktion
  • ausgeprägter belastender Husten
Neurologische / psychiatrische / psychische Symptomlast
  • progrediente neurolog. Ausfälle: Lähmungen, Schluckstörungen mit Aspirationen
  • rezidivierende Krampfanfälle
  • belastende Angstzustände oder Panikattacken
  • Suizidgedanken
  • delirante Zustände, angstbesetzte Halluzinationen
  • ausgeprägte psychomotorische Unruhe
Gastrointestinale Symptomlast
  • therapierefraktäre Übelkeit / Erbrechen
  • (auch: Opiat- oder Chemotherapie induziert)
  • progrediente Kachexie
  • (durch Malnutrition und / oder tumorbedingt)
  • Symptomlast durch massiven / rezidivierenden Aszites
  • Oesophagusstenose / Ileus / Subileussymptomatik
  • ausgeprägter anhaltender Singultus
Urogenitale Symptomlast
  • ulzerierender anogenitaler Tumor mit konsekutiver chronischer Infektion
  • Fistelbildung mit Stuhl- / Harninkontinenz
  • rezidiv. Blutung der Blase / Harnwege
Bei (ex-) ulzerierenden Wunden oder Tumore
  • Rezidivierende Blutung
  • Destruktion mit functio laesa im HNO-Bereich
  • entstellende Wirkung
  • Superinfektion mit stark unangenehmen Geruch
Sonstige
  • Pruritus (hepatisch, nephrogen, bei Hyperkalziämie, medikamentös induziert)
  • ausgeprägtes Fatigue- Syndrom

Beispiele zur inhaltlichen Ausrichtung der Beratungsleistungen und Koordination (zu 9)

Beratung
  • … bei schwieriger Schmerztherapie
  • … zum Vorgehen bei Krampfanfällen
  • … zu Möglichkeiten der palliativen Sedierung bei Angst vor Erstickungstod
  • … zu Fragen der Beendigung von Ernährung oder sonstigen Maßnahmen
  • … zu patientenbezogenen Möglichkeiten & Grenzen in der amb. Palliativversorgung, sowie Alternativen zur Häuslichkeit (Hospiz)
  • Beratung und Anleitung der Angehörigen in palliativpflegerischen Maßnahmen und zum Umgang mit Flüssigkeit und Nahrung am Lebensende
  • Beratung und Begleitung zur Indikationsänderung
  • Beratung und Begleitung zu ethischen Fragen
  • Psychosoziale Unterstützung von Patient und Angehörigen im Umgang mit Tod und Sterben
  • Aufbau & Koordination des Versorgungsnetzwerks
  • Einschaltung des Hospizdienstes
  • Einschaltung seelsorgerlicher Betreuung
  • Besonderer Umgang mit Kindern im Umfeld des Patienten
  • Patientenbezogene Beratung zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Beispiele zu notwendigen Maßnahmen der SAPV (zu 10)

In der Häuslichkeit / Im Pflegeheim zu erbringende spezielle medikamentöse Kombinationstherapie, kontrollierte Dosisanpassung unter engmaschiger Überprüfung der Medikamentenwirkung. Verhinderung von Klinikeinweisungen durch vorausschauende Planung für Krisen und Bereitstellung von Notfallmedikamenten, 24/7 Rufbereitschaft Palliativarzt und Palliativpflege.
Ergänzend:
  • Verbandswechsel unter Verwendung spezieller Materialien
  • Verbandswechsel unter Anwendung einer Analgosedierung
  • Pleurapunktion
  • Aszitespunktion
  • Durchführung parenteraler Ernährungs- / Schmerz- / Infusionstherapie
  • Psychoonkologische Mitbehandlung
  • Speziell geschulte Gesprächsführung bei ausgeprägter Angst und Panik